Supermarine Spitfire T9 MJ772
Diese Supermarine Spitfire ist eines unserer neuen Projekte. Das Flugzeug ist ein Zweisitzer, das hintere Cockpit ist derzeit noch abgedeckt. Wir überholen alle Systeme, Hydraulik, Pneumatik, Fahrwerk und flight-controls. Ein sehr interessantes Projekt und wir sind sehr stolz darauf diesen Auftrag erhalten zu haben.
Die MJ772 ist wahrlich keine Unbekannte. Zum Beginn des Projektes wie immer etwas Geschichte:
Type: VS509 (T9), Engine: Merlin 76, Serial No. /Reg. MJ772
Sqdn - code: 341-GW-A, 340-NL-R, IAC-159
Die Spitfire MJ772 wurde mit der Contract No. B981687/39 im Werk „Castle Bromwich“ (West Midlands) gebaut. Am 20. Dezember 1943 wurde das Flugzeug an die RAF in Lyneham übergeben. Bereits am 20. Januar 1944 wurde der Jäger an eine Französiche Einheit übergeben. Dieses No.341(Alsace) Squadron lag bei Perranporth/Cornwall. Die Spitfire flog über 50 Einsätze und wurde dann beschädigt (Cat.AC FB). Nach der Reparatur wurde das Flugzeug am 22. Juni 1944 an die No.340 (Il de France) Squadron mit dem taktischen Kennzeichen „GW-A“ übergeben. Die Sqdn 340 flog Einsätze über den Invasionsstränden in der Normandie.
Ab dem 19. August 1944 war das Flugzeug der No.84 GSU (Ground Support Unit) /Thruxton zugewiesen. Einige Tage später taucht die MJ//“ bei der No.33 MU (Maintenance Unit) Lyneham in den Listen auf. Später, am 27. August 1944 wird die Spitfire bei der No.83 GSU Thorney Island geführt. Am 19. Juli 1945 wurde es Zeit für eine größere Überholung durch die No.49 MU, Weitergabe an Heston Aircraft im Januar 1945. Im Januar 1946 wurde das Flugzeug zur No.29 MU High Ercall/ Shropshire verlegt. Dort verblieb die Maschine für weitere 4 Jahre. Im Juli 195o wurde das Flugzeug an Vickers Armstrong Ltd. verkauft. Das „Irish Air Corps“ hatte Vickers Armstrong den Auftrag erteilt Spitfires zum Doppelsitzer als Trainer umzubauen. Die umgebaute MJ772 flog zuerst mit der Vickers Test Serial No. G-15-172, später erhielt der Trainer die offizielle Seriennummer 159 und wured 1951 an das Irish Air Corps ausgeliefert und dem „A“Flight Fighter Squadron zugeordnet. Im Januar 1960, nach 1402 Flugstunden, war die aktive, militärische Zeit dieser Supermarine Spitfire vorüber.
November 1963 - Das Flugzeug beginnt seine cineastische Karriere bei der Film Aviation Services Ltd. und wurde auf der FAS Biggin Hill stationiert. Im März 1964 wurde die MJ772 nach Belgien verkauft, bzw. gegen eine Mk.XI eingetauscht.
Bereits 1965 wurde das Flugzeug an N. Samuelson verkauft und nach Elstree zu Simpson Aeroservices zur Restaurierung verbracht. Die MJ772 wurde im November 1966 als G-AVAV zugelassen. Den “Erstflug” übernahm im Juli 1967 T.A. Davies. Das Flugzeug wurde 1968 an die Spitfire Production Ltd. verleast um im Kinofilm „Battle of Britain“ mitzuwirken. Dafür wurde das Flugzeug umlackiert und nach Debden zum Pilotentraining verbracht. Mai 1968 North Weald und Manston. Hier traf die Spitfire auf die aus Spanien organisierten Buchons. Der Trainer wurde in Henlow, Debden und Duxford geflogen. Am 9.Juli 1968 erlitt die Spitfire bei einem Flug mit „Connie“ Edwards einen Motorschaden. Bei der Notlandung in Little Staughton wurde die Spitfire schwer beschädigt. Via LKW wurde das Flugzeug nach Duxford verbracht, die filmische Karriere war vorbei. Erneut wurde Simpsons Aeroservices in Elstree mit dem Wiederaufbau betraut. Im Spätjahr 1969 wurde MJ772 an Sir William Roberts verkauft. Das Flugzeug wurde revidiert und neu lackiert. 1974 ging die Spitfire an Doug Champlin /Oklahoma, die neue US-Reg. lautete N8R. Bei der Verlegung des Museums nach Mesa musste der ferrypilot notlanden und beschädigte dabei das Fahrwerk. Das Flugzeug wurde in Mesa wieder neu aufgebaut und war im Oktober 1985 erstmals wieder in der Luft. Die Spitfire mit dem takt. Kennzeichen NL-R (No.341 Squadron) wird mit abgedecktem hinteren Cockpit geflogen, die Originalteile des double-seaters sind aber „in stock“.
inflightshot in singleseater-config

Hier schliesst sich also der Kreis. Das Flugzeug ist auf dem Weg zu uns und wird wieder in den Zustand zurückgebaut, in dem es beim Irish Air Corps geflogen ist.
Das Flugzeug wurde demontiert, verladen und befindet sich derzeit auf dem Seeweg nach Deutschland. Wir erwarten den Container noch im November 2010.
Begleiten Sie uns bei diesem anspruchsvollen Projekt !
Hier die ersten Photos : die Spitfire wird transportfertig gemacht
.... und alles reisefertig verpackt
Am 7.12.2010 war es dann soweit, der Container traf bei uns in der Werft ein. Wir haben das Flugzeug aus dem Container entladen und sofort mit dem Aufbau begonnen. Hier sehen Sie unser neuestes Projekt im Bauzustand 10.12.2010

das Tragwerk ...
Im demontierten Zustand "erkennt" man erst die große Flächentiefe des Flügels. Ein beeindruckendes Bauteil
Das höhergesetzte hintere Cockpit dieses Flugzeuges garantiert beste Sichtverhältnisse, die optische Umrüstung zum "single seater" ist innerhalb kurzer Zeit erledigt. So kann der Eigentümer entscheiden ob er auf Trainings- oder airshow-Konfiguration unterwegs sein möchte. Der Umbau dafür ist schnell erledigt und das hintere Cockpit dann abgedeckt.
.... ein kurzer Blick in die Cockpits > links das vordere, rechts das hintere Cockpit
.. noch ein "close-up"-Photo des Tragwerkes

Der zugehörige Motor befindet sich derzeit in Revision.
Photogalerie vom 10.Dezember 2010
23.Dezember 2010
"Hochzeit" bei MeierMotors ! Tragwerk und Rumpfwerk wurden zusammengefügt
insights ..... die Ruder werden zum Neubespannen vorbereitet. Unglaublich wie filigran diese Bauteile sind
ein wunderbares Projekt !

Bildergalerie 23.Dezember 2010
small update Juni 2011
Arbeit an den Flächen, genauer an den Flächentanks

Juli 2011
Diverse Arbeiten am Fahrwerk und der Hydraulikanlage, den Flächentanks und an der Elektrik. Viel Detailarbeit..
Jürgen Meier und Felix Ohlhoff bei den Fahrwerkstests
Der überarbeitete zentrale Benzintank
Orginale Benzinpumpe für den Zentraltank. Der Tank wird in Bälde in das Rumpfwerk montiert. Nachdem der Tank eingesetzt ist, kann das Team das von Vintage V12´s revidierte Merlin-Triebwerk einbauen
Unser Mitarbeiter Jochen Schülke bei der Vorbereitung des Fahrwerkstests an der Spitfire
Impressionen
Julian Heinrich bei den Feinarbeiten an der Elektrik im Flächenwurzelbereich
Ende Juli 2011, immer wieder sehr viel Detailarbeit. Einbau der Tanks in Rumpf und Fläche, Vorbereitungen für den Motoreinbau ....
Achim Meier instruiert das Team über die weiteren Schritte, vlnr : Achim Meier, Felix Ohlhoff (Projektverantwortlicher), Jochen Schuelke und Julian Heinrich.
Der Rumpftank ist in Position
Flächentanks
Felix am frisch revidierten Merlin. Zum Einbau werden die exhausts abgebaut
Achim Meier zusammen mit Jochen und Julian
29.Juli 2011
Motorenmontage !
Das Spitfire Team ! Gut gemacht Jungs !
v.l.n.r.: Julian Heinrich, Felix Ohlhoff (Projektverantwortlicher) und Jochen Elmo Schülke
Paperwork ........ jetzt sieht die Spitfire schon eher nach Spitfire aus
Felix beim Studieren der Unterlagen, denn jetzt geht es an das Verschlauchen und Verkabln der Maschine, die Anlenkungen müssen fixiert werden und die Justage der Ansteuerung. Es ist noch Einiges zu tun bis der Motor zum ersten Mal gezündet werden kann.
August 2011
Es geht voran. Detailarbeiten am Motor....
Eine Schönheit, egal ob doubleseater oder singleseater. Die Spitfire ist ein Kunstwerk !
Auch bei diesem Projekt sind Blecharbeiten notwendig. Hier müssen Teile der cowling rekonstruiert werden.
Mittlerweile ist auch der neue Propeller montiert. Blechkunst
... natürlich geht es zeitgleich auch mit dem Innernausbau weiter
25.August 2011
"weight and balance" - Mit von der Partie Werner Horvath Mitarbeiter der Fa. Dieter Thomas Flighttest
September 2011
Die speziellen Linien der T9
Propellerverstellmechanismus, eine Spitfire Spezialität
Der Propellverstellmechanismus. Die Anlenkung der Propellerblätter erfolgt über die 4Bolzen. Ein typisch britischer Konstrukt. Bei solchen nicht gerade banalen Bauteilen kriechen unsere Mitarbeiter ganz tief in die Materie. Ein Beweis dafür, dass die Ausbildung eines Luftgerätmechanikers nie endet...
.... und so schaut einen der Projektleiter Felix Ohlhoff an wenn man ihn beim arbeiten mit der Kamera stört !Tja, Webmaster zu sein ist auch nicht ganz so einfach. Danke @Felix für Deine erschöpfenden Auskünfte.
@Felix, ich habe es Dir ja versprochen ...... :-)das Bild ist online
September 2011
Testläufe der Spitfire T9
Mittlerweile ist die Spitfire mit der Deutschen Kennung D-FMKN zugelassen. Wir gehen davon aus, dass wir demnächst zum Erstflug schreiten können.
27. September 2011
testruns auf dem alten Testgelände des AG51, also auf historischem Grund
the beauty in the shop
Oktober 2011
Die cowling ist mittlerweile rekonstruiert worden und fertig lackiert. Die T9 ist nahezu "ready for maiden. Einige wenige Kleinigkeiten sind noch zu erledigen. Wir erwarten kurzfristig noch einige fehlende Teile und entsprechendes Flugwetter .....
die rekonstruierte "cowling" sitzt perfekt, Lackierarbeiten sind erledigt
25.November 2011
Die T9 an der frischen Luft. Motorentests, Fahrwerktests und letztendlich auch Roll- und Bremsentests auf dem taxiway.
Elmar Meier sichtlich mit den Tests zufrieden - Debriefing mit Julian Heinrich
taxiing tests
weitere Bilder dieses Testtages hier im Photoalbum >> click me
17.März 2012
Das Flugzeug wird zum Erstflug vorbereitet. Wir konnten Freund & Partner Maxi für diese Aufgabe gewinnen
und der start-run
... die Supermarine Spitfire T9 D-FMKN ist airborne
Das Team verfolgt gespannt den Erstflug
im final
und zurück in der Staffelhalle
Checkflights mit Achim Meier am Steuer
3.Mai 2012
Am 3.Mai 2012 musste die Supermarine Spitfire T9 D-FMKN nach einem Testflug wegen Fahrwerksproblemen notgelandet werden. Glücklicherweise ist dem Englischen Piloten dabei nichts passiert, die Bauchlandung ging ohne größere Schäden von statten. Nach der Überprüfung des Flugzeuges können wir einen technischen Defekt ausschliessen. Der Eigentümer, die Airfighter Academy GmbH hat uns den Auftrag erteilt das Flugzeug schnellstmöglich wieder aufzubauen. Die T9 befindet sich bereits wieder in der Werft, das Team kümmert sich darum.
Juni 2012
Der Motor wurde ausgebaut und zur Überprüfung weitergegeben. Im selben Atemzug haben wir den Motorträger ausgebaut und abgebeizt. Wir werden jedes Teil einzeln auf eventuelle Schadstellen prüfen. Zum anderen wurden die beschädigten Landeklappen neu aufgebaut.
overall view
longrange oiltank
Aufbau der neuen Landeklappen durch unser Blechnerteam
Der revidierte Motor fertig zum Einbau in das Rumpfwerk
Juli 2012
Feinarbeiten am Fahrwerk und den Landeklappen
8.August 2012
Die T9 wird von Ralf, Patrick und Jochen für allfällige Lackierarbeiten abgeklebt
paintwork finished
September 2012
Rekonstruktion des beschädigten Motorträgerspantes
ein Kunstwerk
Die Einzelteile werden wieder demontiert, lackiert und dann final vernietet
.. und das fertige Konstrukt in der Lackierhalle, sowie die ebenfalls lackierfertigen, aufbereiteten Bauteile wie Kühlergehäuse und Fahrwerksabdeckungen
... und immer wieder abkleben. Nicht gerade die Lieblingsaufgabe unserer Mitarbeiter
Oktober 2012
Der rekonstruierte Hauptspant wird eingesetzt. Felix und Oleg bereiten den Triebwerkseinbau vor.
05.10.2012 Motoreneinbau
Felix Ohlhoff, der Projektverantwortliche, Sebastian Frei, Erik Meier, Steffen Petersen und Oleg haben sich heute den Motoreneinbau in die Spitfire vorgenommen.
Hier Steffen (rechts) & Sebastian bei den Vorbereitungen
Der Merlin am Haken, Felix im Stapler wie auch die weiteren Teammitglieder hochkonzentriert
Millimeterarbeit
Das Aggregat muss exakt auf die "enginemounts" gesetzt werden. Danach wird das Aggregat durch 8 Bolzen mit dem Rumpfwerk verbunden. Einen Millimeter versetzt und kein Bolzen passt. Hier bedarf es einer ganz feinen Hand am Stapler und Hektik ist fehl am Platz.
Der Motor sitzt im Motorträger und Felix prüft die Arbeiten bevor das Triebwerk verschraubt wird
Der Stress baut sich ab, das Triebwerk ist an Ort & Stelle, Sebastian schon mit weiteren Arbeiten beschäftigt
Felix Ohlhoff ist mehr als happy über die gelungene Operation. Zeit für ein Tänzchen :-)
Anmerkung des Webmasters : @Felix ich habe es Dir "versprochen", das kommt online. Viel Spaß
Jungs, das habt Ihr prima gemacht.... v.l.n.r. : Felix Ohlhoff, Sebastian Frei, Erik Meier, Steffen Petersen
Der Merlin ist am Platz, jetzt kann mit den Anschlüssen weitergemacht werden
Oktober 2012
Optimierungsarbeiten am Fahrwerkshebel
Fahrwerkstests
Blecharbeiten an der T9
Arbeiten an der cowling
Detailshots
Kleinteilige und aufwändige Arbeiten, hier die Rekonstruktion von Schellen
The beauty
November 2012
Der revidierte Propeller ist montiert und Detailarbeiten am Luftfilter durchgeführt
19.November 2012 some checks
Januar 2013
Die T9 bekommt einen originalen Rolls-Royce Merlin eingeplanzt. Neben Anpassungsarbeiten haben wir auch Optimierungsmaßnahmen bei der Gasgestängeanordnung durchgeführt
Einbau neuer Magnete am Rolls Royce Aggregat mit Unterstützung aus Biggin Hill.
Zur Ausführung der Garantiearbeiten haben wir Felix, unseren Spitfire-Spezialisten, zur Seite gestellt.
09th April 2013 , First Flight after repair
Pete Kynsey übernahm diese Aufgabe. Pete war von der Leistungsfähigkeit des Doppesitzers sehr beeindruckt
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