Douglas A-26B Invader - On Mark Engineering - N500MR

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Die Douglas A-26 („A“ steht für „attack“) flog zum ersten Mal Juli 1942. Der Prototyp XA-26, ausgestattet mit dem NACA 62-215 Laminarprofil, wurde von Benny Howard eingeflogen. Es wurde dem schnellen Flugzeug hervorragende Manöverier- und Flugeigenschaften attestiert. Probleme bereiteten indes die Kühlung der P&W 2800 Double Wasp und im Laufe der Erprobung auch Bugfahrwerkbrüche. Man hatte die Probleme aber mit einer Veränderung der Motorhaube und weglassen der Propellerhauben recht schnell im Griff. Das Bugfahrwerk wurde verstärkt. 

Der Nachfolger der Douglas A-20 Havoc / Boston wurde bereits zwei Jahre später aktiv bei der USAF bei der 9th AF eingesetzt und flog mit der 409th und 416 Bombardement Group über dem Europäischen Kriegsschauplatz eingesetzt. Auch im Pazifik wurde das wendige Flugzeug von der 5th AF eingesetzt. Bis zum Ende der Kampfhandlungen flogen die A-26 über 11.000 Einsätze. Die 9th AF verlor dabei rund 70 Flugzeuge. 

Die fliegerische Laufbahn des über 2.500 mal gebauten leichten Bombers sollte noch bis 1972 fortgeschrieben werden. Koreakrieg, Portugisischer Kolonialkrieg, Vietnam-Konflikt und auch die Kongokrise. Auch „Zivil“ ging es weiter, auch als Bomber, aber eben als Wasserbomber / Löschflugzeug.  

Die Bewaffnungsmöglichkeiten waren mehr als beeindruckend. Im Rumpfbug konnten bis zu acht 12,7mm MG verbaut werden, in den Aussenflügeln deren nochmal sechs Maschinenwaffen. Dazu zwei ferngesteuerte MG-Türme. Im höchsten Ausbauzustand trug die Invader bis zu 16 (!) starre MG nebst vier MG in den Drehtürmen. 

Etwas Verwirrung stiftete die Bezeichnung A-26, gilt doch „A“ für „Attacker“ , passt aber eher nicht zu einem Bomber. Nur war die Bezeichnung „B-26“ schon für die Martin Marauder reserviert. Als 1948 die Marauder aus dem fliegerischen Dienst ausgemustert wurde auf die „richtige“ Bezeichnung B-26 Invader umgestellt. Diese Bezeichung hatte bis zum Vietnam-Krieg Bestand. Um aus Thailand operieren zu können erfolgte die „politische“ Rückbenennung in A-26 da Thailand die Stationierung von Bombern nicht zuliess. 

Über Korea wurden mehr als 60tausend Einsätze geflogen. Die USAF verlor dabei aber 210 Flugzeuge. Die 12tausend Aufklärungsroutinen mit der Aufklärerversion RB-26 / WB-26 waren mit 16 Verlusten wesentlich weniger verlustreich. 

Im Indochina-Konflikt nutzten die Französischen Streitkräfte 20, von der USAF ausgeliehene A-26. Auch der CIA nutzten das sehr schnelle Flugzeug für deren Einsätze in der Kuba-Krise. „Kuriosität“ am Rande, beide Konfliktparteien nutzten die A-26, die US-Streitkräfte verloren dabei zwei ihrer Maschinen. 

Im Jahr 1961 traten vermehrt Flügelbrüche an den mittlerweile 17 Jahre im Einsatz stehenden Flugzeugen auf. On Mark Engineering wurde beauftragt 69 airframes strukturell zu überarbeiten und wieder für den „scharfen“ Einsatz fit zu machen. Über Vietnam verloren die US-Streitkräfte 22 dieser Flugzeuge.

Ende der 60er war dann aber Schluss, die Zellen waren abgelaufen und bis ins Jahr 1971 erfolgte die Ausmusterung aus dem aktiven Dienst.
Aber wie sehr oft bei den „warbirds“ folgte nun eine zivile Karriere als Feuerlöschflugzeug und schnelles Geschäftsreiseflugzeug. 

Die hier vorgestellte A-26B gehört zu dem durch On Mark Engineering überarbeiteten Los. Bei der Überarbeitung erhielt die serial #44-34769 unter anderem neue 2.500PS starke R-2800-52W, auch die Flügelbewaffung wurde ausgebaut. nach der Ausmusterung wurde die Invader zum Reiseflugzeug umgebaut. 

Spezifikationen A-26 B wartime production 

  • Länge 15,24m
  • Höhe 5,64m
  • Spannweite 22,86m
  • Leergewicht 10.154Kg ( max. TOW 17.500Kg)
  • Zwei Pratt&Whitney R-2800-83 mit je 2.500PS
  • Höchstgeschwindigkeit rund 570 km/h

In den 60er bekam die 34769 die zivile Reg N500M und wurde in den 70ern als racer #16 eingesetzt. 1977 wurde die Invader als N29711 von John J.Marks in Wisconsin registriert. George J. Rivera aus Kalifornien erwarb das Flugzeug 1981 und liess die schnelle Zweimot 1982 mit der noch heute gültigen Reg N500MR zu. Neun Jahre später erhielt die A-26 mit dem neuen Eigentümer William M. Farell eine Camouflage Livrée und erhielt die Idendität „Gator Invader“. So wurde sie auch 1995 an den Griechen Minos Kirakou nach Athen verkauft. Das Flugzeug war auf der Tangara AB zu Hause. 

Zum Jahreswechsel 2018/19 wurde das Flugzeug über MeierMotors Aircraftsales für die auf dem Flugplatz Bremgarten EDTG beheimatete „Tina Fly GmbH“ akquiriert. 

Januar , Athen 

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Checkflights über Athen 

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Das Flugzeug sollte natürlich auf dem Flugweg nach Süddeutschland überführt werden. Dem Überführungsflug ging eine umfangreiche Planung voraus. Die anspruchsvolle Navigationsaufgabe übernahm Lukas Meier, Pilot bei der Schweizer Luftwaffe und Stammpilot der P-51D „See me later“.  Als PIC konnte für den ferry Carl Wymann begeistert werden. Die checkflights im Januar waren mehr als zufriedenstellend und am 17. Februar ging endlich das Wetter auf. Die ferry-crew Carl Wymann, Lukas Meier, Achim Meier (GF MeierMotors), Julian Heinrich und Felix Ohlhoff (beides Fluggerätmechaniker von MeierMotors) reisten sofort nach Athen, übernahmen die A-26 und flogen als ersten Stop die griechische Insel Korfu an. Nach dem Auftanken flog das Team den nächsten Stop in Perugia bei Florenz an. Nochmals Sprit fassen, oil-check und weiter über die Alpen nach Eschbach. 

Korfu-Zwischenstopp

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Es war schon ein erhebender Augenblick als die Douglas A-26 am späten Nachmittag bei bestem Wetter, nach einem schnellen Orientierungsüberflug, in die Platzrunde eingedreht ist. Die perfekte Landung krönte diesen Überführungsflug und der glückliche Eigentümer TinaFly GmbH konnte das Flugzeug in Empfang nehmen. 

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Ferry Team

Julian Heinrich und Felix Ohlhoff, Achim Meier, Carl Wymann, Lukas Meier 

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Impressionen 

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Wir haben den Auftrag das Flugzeug zu überarbeiten und für die kommenden Flüge und Saisons fit zu machen und halten Sie über den Prozess hier auf dem Laufenden.